Grundstückssuche
Für einen Neubau braucht man natürlich ein Grundstück, auf das man sein Häuschen bauen kann. Zumindest hier in der Region in und um Braunschweig sind Grundstücke sehr rar gesät. Im Stadtgebiet Braunschweig gibt es (Stand Februar 2026) nur ein einziges Baugebiet für Einfamilienhäuser, und zwar in Hondelage. Dies haben wir uns natürlich angesehen, aber doch schnell wieder verworfen. Zum einen ist es Bauträgergebunden (mehr dazu weiter unten), zum anderen liegt es in der Einflugschneise vom Flughafen. Jetzt ist der Flughafen Braunschweig-Wolfsburg nicht der Frankfurter Airport, aber es gibt durchaus auch große Maschinen (bis zu Boeing 737 und Airbus A320), die dort in gewisser Regelmäßigkeit landen. Eine 737 kam gerade angeflogen, als wir dort einmal spazieren waren. Danach war die Sache für uns erledigt. Dazu kam noch, dass die notwendigen Lärmschutzvorrichtungen die Baukosten signifikant erhöht haben.
Wir haben auch in Betracht gezogen, ein Grundstück mit einem alten Haus zu kaufen und es abreißen zu lassen, da diese Grundstücke teilweise unter Bodenrichtwert angeboten wurden. Nach ein paar Erkundigungen stellte sich aber auch dort schnell Ernüchterung ein. Der Abriss von einem Fertighaus aus den 1970ern ist alles andere als billig, da fast der gesamte Schutt als Sondermüll zu entsorgen ist, Asbest und Holz mit Holzschutzmitteln sei dank. Was wir auch ausgeschlossen haben waren Grundstücke in zweiter Reihe, die nur über ein Wegerecht über ein anderes Grundstück von der Straße aus erreichbar sind. Da ist der Ärger mit den Nachbarn schon vorprogrammiert.
Nach einigen Monaten der erfolglosen Suche stellte sich bei uns die Erkenntnis ein, dass ein Neubau im Stadtgebiet Braunschweig wohl einfach nicht drin ist. Die Frage war nun: Wo weiter suchen? Auf was verzichten wir, wenn wir aufs Dorf ziehen? In den umliegenden Gemeinden gab es durchaus Bauplätze zu sehr erschwinglichen Preisen. Also rein ins Auto und durch diverse Dörfer und Kleinstädte gefahren. Die Infrastruktur war aber oft… ausbaufähig. Mit etwas Glück gab es eine Busverbindung, aber oft weder Grundschule noch Kita im Ort, was mit einem kleinen Kind ungünstig ist. Davon abgesehen muss irgendwie auch das Gefühl stimmen – die Vorstellung, an diesem Ort die nächsten Jahrzehnte zu verbringen, sollte einen nicht abschrecken. Ein Beispiel: Ein Baugebiet in Königslutter hatte zwar eine schöne Mikrolage mit Blick auf den Elm und über Wiesen und Felder, aber der Weg in die (etwas ausgestorben wirkende) Stadt war weit. Also weiter die Immobilienportale durchforstet…
Grundstücksfindung
Am Ende sind wir mehr oder weniger durch Zufall darauf gestoßen, dass die Gemeinde Leiferde bei Gifhorn ein Baugebiet vermarktet, in dem noch Grundstücke frei waren. Auf den gängigen Immobilienportalen waren diese Grundstücke gar nicht inseriert, nur direkt auf der Webseite der Gemeinde. Also hingefahren und den Ort und das Baugebiet angeguckt. Erster Eindruck: Viele verklinkerte Häuser, die schon etwas norddeutsches Flair ausstrahlen, Grundschule, Kita, Spielplätze, Supermärkte, Bäcker – alles im Ort und fußläufig zu erreichen. Etwas weiter entfernt ein Bahnhof an der Bahnlinie Hannover-Wolfsburg. Auf der anderen Seite des Orts ein Naturschutzgebiet mit mehreren Seen. Das Gefühl war gut. Weiterer Vorteil: Die Grundstücke werden direkt von der Gemeinde verkauft, und zwar zum Bodenrichtwert und ohne Kosten für einen Makler (das haben wir in Braunschweig schon deutlich anders erlebt!). Das Bauunternehmen können wir frei wählen. Dies haben wir uns auch zur Nutze gemacht und uns Angebote von mehreren Unternehmen geben lassen. Am Ende ist es nicht das Unternehmen geworden, von dem wir am Anfang dachten, dass wir mit denen bauen würden.
Wir mussten bei der Gemeinde erst einmal unverbindlich unser Interesse bekunden. Danach ging es nach Eingangsreihenfolge und wir mussten ein paar Wochen warten, bis wir an der Reihe waren, uns ein Baugrundstück auszusuchen. Das empfanden wir aber als Vorteil, weil man etwas mehr Zeit hatte, sich mit dem Gedanken auseinanderzusetzen, ob dies wirklich die richtige Entscheidung ist. Bei anderen Grundstücken auf dem freien Markt haben wir das auch schon anders erlebt. Da kam dann schlicht die E-Mail, dass man bis Ende der Woche ein Gebot abgeben soll.
Am Ende konnten wir uns ein sehr schönes Grundstück reservieren lassen, bis die Finanzierung des ganzen Bauvorhabens geklärt ist. In der Zwischenzeit waren wir noch einige Male vor Ort und sind uns immer noch Sicher, dass es für uns die richtige Entscheidung ist.